Danke für diesen Text , liebe Barbara. Und Deinen Blick auf den Kompost. Und gern mein Dankeschön auch an Dich, denn Du warst mein erster Texttreff-Kontakt! Das war 2011: Wir lernten uns bei einem Pressetermin kennen und kamen ins Gespräch. Und Du hast mir vom Texttreff vorgeschwärmt. Seither bin auch dabei. Und welch ein schöner Zufall hier bei unserer diesjährigen Blogwichtel-Aktion. Du wurdest mir zugelost 🍀.
Alles, was du da reinschmeißt, zeigt sich irgendwann wieder. Nur anders.
Ich liebe Kompost.
Er macht keine Show.
Er sagt nie: „Guck mal, wie bio ich bin.“
Er liegt einfach da und tut seine Arbeit.
Und ehrlich gesagt: Ich bewundere ihn.
Denn alles ich da reinschmeiße, das zeigt sich irgendwann wieder. Nicht als Apfelkrotzen, Apfelkitsche, Butzen oder wie auch immer man das Kerngehäuse nennt, sondern als fruchtbare Grundlage für alles, was später wachsen soll. Ist das nicht großartig?
Die vergessene Zucchini.
Die Rhabarberblätter, die ihre besten Zeiten hatten. Der Brokkolistrunk und die verblühten Staudenstängel. Die Zwetgschenmumien, die dann doch den Weg nach unter fanden. Der ganze überambitionierte Gemüse-Kram, der im Kühlschrank erst Hoffnung und dann Wasser zieht – alles landet auf dem Kompost. Und nichts davon ist verloren.
Das ist der Trick: Es wird nicht schöner, aber es wird nahrhafter. Keine Deko, nichts für Instagram, sondern echte Erde, perfekter Nährboden für Neues.
Ich glaube, wir könnten öfter so denken.
Nicht: Wie bringe ich mich in Bestform? Sondern: Was darf erstmal verrotten, damit was Echtes draus wird? Ich zum Beispiel habe ganze Ideen-Jahrgänge kompostiert. Slogans, Konzepte, Ansprüche, Vision Boards. Heute weiß ich: Wenn’s nach außen glänzen soll, ohne dass innen was reift, dann wird es eine hohle Frucht.
Aber wenn ich ehrlich hinschaue, dann wächst da was. Irgendwann. Ohne Eile. Der Kompost hat Zeit. Und er bringt das Beste hervor, wenn man ihn nur lässt.
Barbara Stromberg

Barbara Stromberg ist Ghostwriter und Strategin für Andersmacher. Sie macht mit Intellectual Branding aus einem Beratungsbauchladen eine klare Kiste.
Nebenberuflich engagiert sie sich im Vorstand eines Kleingartenvereins und nutzt das gerne als Ausrede, wenn die eigene Hecke über 1,40 m gewachsen ist.
www.textorama.de
(Foto: Danke ChatGPT)
